Public View I

 

Public View

2003, 1:00, DV Pal, kurze Version für die Transmediale 04

Menschen treten vor einem blauen Himmel ins Bild. Sie alle schauen und zeigen auf Situationen außerhalb des Bildes. Ihr Standpunkt wird dem Betrachter durch den Bildausschnitt vorenthalten. Erst die Information, dass der Senatsplatz in Helsinki der Schauplatz ist, erklärt die Handlungen. Der Platz ist umrahmt von den Gebäuden des Wissens (Universitätsgebäude) des Rechts (Senatsgebäude) und des Glaubens (Klassizistische Domkirche). Umgeben von den Gebäuden und den in ihnen entwickelten Gedanken schauen die Menschen über die Stadt auf das Meer. Der unendliche Himmel und die obersten Treppenstufen bilden die Bühne für neue Ideen. Utopien sind nur denkbar, wenn man Freiräume in der Realität schafft.

 

Riverside

Riverside

2002, DV Pal, stereo

Eine Fahrt entlang des Nilufers in gleichbleibender Geschwindigkeit. Durch unterschiedliche Entfernungen der Bildmotive zur Kamera verändert sich die räumliche Tiefe des Bildes. Nahe Motive ziehen schnell vorüber - entfernte Motive haben eine längere Verweildauer im Bild. Das immer wiederkehrende, Zeitlose prägt gleichsam die Landschaft Ägyptens. Landschaft wechselt ab mit bebauten Flächen. Seit Tausenden von Jahren scheinen sich die Natur und die Lebensweise der Menschen nicht verändert zu haben. Aber in den letzten Jahrzehnten haben sich die uralten Lebensgewohnheiten rascher und wesentlicher als in irgendeinem Zeitraum zuvor verändert. Die traditionellen Hierarchien sind am Zerbröckeln, die Jungen und die Unbeschäftigten drängen in die Städte. Das beherrschende Thema der ägyptischen Gegenwart ist die Auseinandersetzung zwischen Säkularismus und Islam. Seit der Tourismus am Nil boomt, müssen die Einheimischen damit leben, dass jeden Tag Dutzende von Luxusschiffen mit halbnackten Menschen an Deck die islamisch-afrikanische Welt durchkreuzen.

 

Look around

Look around!

2002, DV Pal, Ton: Frank Bretschneider

Eine nächtliche Fahrt durch ober- und unterirdische Räume am Potsdamer Platz in Berlin: Das Video nimmt Bezug auf die moderne Stadt des 21. Jh., die mit ihrer Licht-Glas-Architektur den städtischen Raum definiert. Der Betrachter wird mit konstanter Geschwindigkeit in einen sich drehenden, scheinbar endlosen Raum geführt. Nach einer Umdrehung gelangt der/die Betrachter/in nicht wie erwartet zum Ausgangspunkt zurück, sondern wird durch fließende Übergänge fast unmerklich in andere Räume geführt.

 

Merry-go-round  

Merry-go-round

2001, PAL, Ton, 6:40

Eine Karussellfahrt im Meer des künstlichen Lichts mitten in der Nacht - zuerst langsam, dann immer schneller - einige Minuten lang, dann drängen die nächsten Fahrgäste auf die Fläche. Durch übereinander gelegte Sequenzen und unterschiedliche Geschwindigkeiten wird das Geschehen als Erinnerung sichtbar. Die Energie des künstlichen Lichts und die subjektive Empfindung der Zeit sind das Thema dieses Videos.

 

In the Afternoon

Noon time

1999

 

Mehr über Gudrun Kemsa: www.kemsa.de